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Zittau

Im Dreiländereck Deutschland - Republik Polen - Tschechische Republik liegt die Stadt Zittau mit derzeit 24.984 Einwohnern
(31. Dez. 2006) im südöstlichsten Zipfel Sachsens, ca. 90 km entfernt vor der Sächsischen Landeshauptstadt Dresden.Geographisch liegt Prag, die tschechische Hauptstadt, näher als deutsche Hauptstadt Berlin. Durch die Stadt fließt die Mandau, ein kleiner Fluss der unweit in die Lausitzer Neiße mündet, welche das Zittauer Stadtgebiet im Osten nach Polen begrenzt.Südlich grenzt an die Stadt das Zittauer Gebirge mit Orten wie Oybin und Jonsdorf, südwestlich Olbersdorf mit dem Olbersdorfer See und Bertsdorf, nordwestlich Mittelherwigsdorf und im Norden die Stadt Ostritz.Zittau galt als „die Reiche“ in Oberlausitzer Sechsstädtebund, dem mächtigsten Städtebundes nach der Hanse im Mittelalter, bestehend aus Zittau, Görlitz, Kamenz, Löbau, Bautzen und Lauban (poln. Luba? ). Die Barockstadt Zittau hat trotz des wirtschaftlichen Niederganges nach den 1.und 2. Weltkrieg, der sozialistischen Planwirtschaft in der DDR sowie der politischen Wende 1989, viele restaurierte Gebäude und Sehenswürdigkeiten zu bieten. Heute ist Zittau eine Stadt mit vielen kleinen Geschäften, kleinen Unternehmen, Cafés, Restaurants, historischen Häusern, Brunnen, einem Internationalen Hochschulinstitut und einer Hochschule ( ca. 3500 Studenten aus 31 Ländern). Touristisch interessant sind vor allem die geographische Lage am Zittauer Gebirge, dem Erholungsgebiet am Olbersdorfer See, der Zittauer Schmalsprubahn (fährt seit 1890 dampfbetrieben ins Gebirge ) und die kurzen Wegen zur Republik Polen und Tschechischen Republik über 2 innerstädtische Grenzübergänge für PKW und Fußgänger, einem Übergang per Bahn der DB (Zittau / Hrádek nad Nisou), sowie einem Weiteren Grenzübergang für Radfahrer und Fußgänger im Ortsteil Hartau

Sehenswürdigkeiten der Stadt

Das Zittauer Rathaus wurde 1840-1845 im Neorenaissancestil unter der Leitung von Carl August Schramm (1807-1869) erbaut.

Die Buntglasfenster im Innenhof von 1893 entstammen der Königlichen Hofglasmalerei. Es besitzt einen reich ausgestalteten Bürgersaal mit Holzkassettendecke von 1890/91.

Der Marsstall (oder auch Salzhaus) auf der Neustadt wurde 1511 erbaut und diente als Rüstkammer, Pferdestall und Schüttboden. Im Jahre1730 wurde ein Mansardendach mit fünf weiteren Böden aufgesetzt. Seit dem 19. Jahrhundert wurde er als Verwaltungsgebäude, Lagerraum von Museum und städtischem Archivgenutz. Eine umfassende denkmalgerechte Sanierung erfolgte 1997.

Am Karl-Liebknecht-Ring findet man die Fleischerbastei, ein Teil früherer Befestigungsanlagen der Stadt. Sie wurde 1633 erbaut und 1842-1929 als Stadtgärtnerei genutzt. Nach der Sanierung 1998 wird sie als Restaurant genutz, hier befindet sich auch die Blumenuhr.

Die Zittauer Blumenuhr entstand 1907 nach Plänen des Parkinspektors Graboski. Das Zifferblatt besteht aus ca. 4800 Blumen und wird 3-mal jährlich neu bepflanzt.

Zu jeder vollen Stunde erklingt ein Volkslied über das Meißner Porzellanglockenspiel(1966 von Zittauer Handwerkern gestiftet)

Dornspachhaus - ein Renaissancebau von 1553

Im Erdgeschoss des im Jahre 1998 sanierten Gebäudes am Markt, befindet sich heute ein historisches Wirtshaus.

Die ursprünglich gotische Hallenkirche St. Johanniskirche (erste urkundliche Erwähnung aus dem Jahre 1291) wurde bei einem Stadtbrand 1757 zerstört. Die Grundsteinlegung für den Neuaufbau erfolgete am 23. Juli 1766. Bis 1770 wurde gebaut, danach folgten auf Grund von Geldmangel und Rissen im Gebäude mehrmals Baustopps bis zur Einweihung in Jahre 1837.

Johanneum wurde1869-1871 im spätklassizistischen Stil am Theaterring erbaut.Es beherbergte zunächst die städtische Schulanstalt, später die Erweiterte Oberschule (seit 1960) und heute das Christian-Weise-Gymnasium.

Das "Alte Gymnasium" am Johanniskirchplatz - wurde nach 1586 eingeweiht und war eines der ersten deutschen Gymnysien überhaupt. Sein heutiges Aussehen erhielt es durch einen Umbau 1602, als das Gässchen überbrückt wurde.

Die Weberkirche an der Inneren Weberstraße wurde1488-1508 errichtet. Zwischen 1713-1718 und 1889 erfolgten weitere Umbauten, wobei die Eingänge an der Nord- und Südseite verschwanden und die Kirche einen neuen nach Westen ausgerichteten Eingang erhielt.

Ansicht einiger restaurierter historischen Fassaden am Marktplatz


Zittau - Die Stadt der Brunnen

Der Rolandbrunnen wurde 1585 erbaut und ist der älteste Brunnen
Herkulesbrunnen (1708)
Schwanenbrunnen (1710)
Samariterinnenbrunnen (1679)

 


Eine kleine historische Übersicht

Jahr
Ereignis
1238 Der Name Zittau wird erstmalig in einer Urkunde des Klosters Marienthal erwähnt.
1255 Der König von Böhmen Ottokar II. umreitet die Stadt und legt die Grenzen für die Stadtmauer fest und verleiht Zittau das Stadtrecht.
1346 Die Städte Bautzen, Görlitz, Löbau, Kamenz, Luban (Lauban) und Zittau schliessen sich zum Sechsstädtebund zusammen.
1348 Kaiser Karl IV. gibt Zittau an Herzog Rudolf von Sachsen, Zittau kauft sich 10 Jahre später wieder frei.
1354 Baubeginn des 2. Zittauer Rathauses.
1359/1422 In der Stadt wüten verheerende Brände.
1424 Zittau unterliegt der Hussitenübermacht
1555/59/99 Die Pest verlangt der Stadt große Menschenopfer ab.
1586 Das Zittauer Gymnasium wird eingeweiht.
1631 Zittau wird in den Dreißigjährigen Krieg verwickelt.
1635 Die Oberlausitz wird durch den Prager Frieden Sachsen zugesprochen.
1757 Letzter großer Stadtbrand durch Beschießung österreichische Truppen im Siebenjährigen Krieg. Zittau verlor neben vielen Gebäuden auch das Rathaus und die Johanniskirche.
1845 Einweihung der neuen Rathauses
1854 Fertigstellung des Neiße-Viadukts der Eisenbahnlinie Zittau-Reichenberg.
1859 Der Hauptbahnhofs wird übergeben.
1873 Zittauer Stadtbad wird eroffnet.
1890 Inbetriebnahme der Kleinbahn Zittau-Oybin-Jonsdorf .
1945 Nach den Krieg werden neuen Landesgrenze festgelegt.Alle östlich der Neiße gelegenen Gebiete fallen an Polen, so auch Zittaus Ortsteil Großporitsch (Porajow).
1969 Ingenieurhochschule wird geründet
1988 750-jähriges Jubiläum der ersten urkundlichen Erwähnung
1989 Demonstrationen tausender Bürger gegen die bestehenden Machtstrukturen der Regierung in Berlin.
1990 Beitritt die DDR der BRD am 3. Oktober.
1992 Gründung der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Sozialwesen Zittau/Görlitz (FH)
1996 Aus der Stadt Zittau wird eine Große Kreisstadt.
2004 Der Beitritt der polnischen und tschechischen Nachbarn am 1. Mai zur EU wird an Dreiländerunkt gemeinsam gefeiert.
2005 Jubiläumsjahr "750 Jahre Stadt Zittau"